Der unerträgliche Standpunkt

Heinz Kobald

  
 
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Das Menschenbild der Kanzlerin
Glaubenssatz Eigeninteresse

Ein Glaubens-Satz der Kanzlerin,
der zum Wendepunkt ihrer bisherigen Handlungsweise
zum Wohlergehen aller Menschen in Palästina werden könnte.

Zitat:

»Ich glaube,
die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise ist geradezu
ein Beispiel für eine tiefe Maßlosigkeit, für Gier, für Exzesse,
für eine völlig aus der Kontrolle geratene
Durchsetzung von Eigeninteressen
.

Wenn nun der Mensch
der zentrale Orientierungspunkt
jedes politischen Handelns ist
,
dann stellt sich natürlich die Frage:
Was ist unser Bild vom Menschen?

Ist es ein Bild,
das vom Zutrauen oder vom Misstrauen gegenüber den Menschen geprägt ist?

Für mich ist es wichtig, dass ich versuche,
mich vom
christlichen Menschenbild
leiten zu lassen
;

das heißt, von einem Menschenbild, demnach
dem Menschen
als Ebenbild Gottes
die Freiheit zusteht
,
sich nach eigenen Fähigkeiten und Neigungen
zu entfalten
.

Aber jetzt kommen wir zu dem spannenden Punkt, es ist eine Freiheit, die keineswegs grenzenlos ist.
Es ist keine rücksichtslose Freiheit,
denn der Mensch ist kein isoliertes Individuum,
sondern er ist im christlichen Menschenbild
nur in der Eingebundenheit in die Gemeinschaft denkbar,
eine Gemeinschaft von Individuen natürlich, mit jeweils eigenen Interessen,
mit eigenen Fähigkeiten, mit eigenen Schwächen.

Daraus resultiert ein Spannungsfeld.
Doch Eigenwert und Eigenständigkeit des Menschen
werden nicht angetastet,
die Würde j e d e s Menschen ist unantastbar.

Aber es ist eben keine Freiheit von allem,
es ist keine Beliebigkeit,
sondern es ist eine Freiheit zu etwas,
eine Freiheit zur Teilhabe, zur Zuwendung zu anderen Menschen.

Aus diesem Menschenbild erwächst in der konkreten Politik
eine Vielzahl von Antworten,
die jeweils in der politischen Diskussion durchaus
ein massives Spannungsfeld in sich bergen.

Ich begrüße an dieser Stelle auch die Kollegen aus dem Deutschen Bundestag, die ich jetzt entdeckt habe und die wissen,
wie mühselig wir oft um Antworten ringen.«
( 5 )


Vielleicht steht am Ende dieses Ringens eine erweiterte Staatsräson
für die Rechte a l l e r Menschen in Palästina.


Quelle:
Rede von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel
in der Katholischen Akademie in Bayern
am 21. Juli 2009 in München

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung -
23.07.2009, 14:03:44